Indische Tempelklänge um Heinrich Schütz
03.10.2026  | 18:30 Uhr
Philippuskirche

Vokalsolisten Ensemble Gli Scarlattisti
Instrumentalist:innen: Continuo-Gruppe; Violin Sisters (Indien)
Leitung: Jochen Arnold

Christentum und Hinduismus treffen sich an diesem Abend inhaltlich und musikalisch: Gedanken zu Geburt und Sterben, Tod und Erlösung; Tonalitäten, Skalen, Rhythmen – einander so fremd und doch so nah. Im Programm werden den barocken „Musikalischen Exequien“ von Heinrich Schütz, einem frühen protestantischen Requiem in deutscher Sprache, Improvisationen karnatischer Musik gegenübergestellt. Die über 1000 Jahre alten Gebete Südindiens erklingen in melodischen Phrasen, modaler Tonalität (Ragas) und zyklischen Rhythmen (Talas). Beide Musiktraditionen eint die menschliche Stimme mit all ihren Fähigkeiten und Raffinessen zwischen Tonhöhen, Harmonien und Artikulationen – eine besondere Begegnung von historisch inspirierter Aufführungspraxis des Barock und authentisch indischer Tempelmusik zur Frage: Was durchbricht den Kreislauf des Todes?


Programm:
Heinrich Schütz (1585–1672): Musikalische Exequien (SWV 279–281) und Karnatische Tempelmusik aus verschiedenen Jahrhunderten (Texte in Sanskrit):Prelude: Kreislauf des Lebens (Nada Brahma); Musikalische Exequien 
(Teil Ia, Kyrie); Interlude (Bitte an Gott Shiva um Erlösung); Musikalische Exequien (Teil Ib und Teil II; Interlude (Erhörung – Verwandlung durch Shiva); Musikalische Exequien (Teil III); Postlude


Karten: EUR 25 erm. EUR 15



MITWIRKENDE

Indische Tempelklänge um Heinrich Schütz
Vokalsolisten Ensemble Gli Scarlattisti

Leitung: Jochen Arnold

Das aus professionellen Musiker:innen bestehende Ensemble Gli Scarlattisti wurde 1995 von Jochen Arnold gegründet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Dies belegen unter anderem seine zwölf CDs bei unterschiedlichen Labels (wie Carus, Chrismon, Organum und Spektral Classics) mit Werken von Schütz, Praetorius, Monteverdi, Hammerschmidt, Rosenmüller, Bach, Händel und Scarlatti. Zuweilen werden bei Konzerten stilistische Grenzen in Richtung Romantik, Avantgarde und Pop überschritten. Die interkulturelle und interreligiöse Perspektive ist dabei ebenfalls im Blick. Konzertreisen und Festival-Auftritte führten das Ensemble unter anderem nach Nürnberg, Bern, St. Gallen, Frankfurt, Torgau, Erfurt, Berlin und Stuttgart. Beim Deutschen Evangelischen Kirchentag war Gli Scarlattisti mehrfach live wie auch im Fernsehen präsent. Für die letzte Rosenmüller-Produktion erhielt das Ensemble den Supersonic Classic Award der internationalen Plattform Pizzicato.

Indische Tempelklänge um Heinrich Schütz
Violin Sisters

Hinter den Violin Sisters stehen Lalitha und Nandini Muthuswamy, die aus einer angesehenen Musikerfamilie im Bereich der karnatischen Musik stammen. Seit mehr als 45 Jahren bewahren sie ihre einzigartige südindische Musiktradition und entwickeln dabei einen ganz eigenen Stil – bereichert auch durch westliche klassische Musik, Musikethnologie, Trans-Global-Fusion-Musik und verschiedenste Traditionen der Weltmusik. Neben Tonaufnahmen weltweit zeugen sowohl das Zusammenspiel mit internationalen Künstler:innen und Ensembles als auch zahlreiche Preise von ihrer hohen Kunst. Als „Königinnen der Violine“ verbinden die beiden auf kunstvolle Weise Tradition und Innovation und erschaffen so eine faszinierende Symphonie, die Grenzen und Kulturen überwindet.

Indische Tempelklänge um Heinrich Schütz
Jochen Arnold

Jochen Arnold ist evangelischer Theologe und A-Kirchenmusiker. Von 2004-2024 leitete er das Michaeliskloster Hildesheim. 2008 wurde er mit einer Arbeit über Bachs Kantaten habilitiert und lehrt seither an der Universität Leipzig Systematische und Praktische Theologie. Seit 2014 ist er Honorarprofessor für Musikvermittlung an der Universität Hildesheim. Er leitet den Universitätschor Unicanto sowie das Sinfonieorchester Collegium Musicum Hildesheim. Seine künstlerische Tätigkeit mit dem Ensemble Gli Scarlattisti dokumentieren unter anderem zwölf CD-Einspielungen. Zu seinem Repertoire gehören sinfonische und oratorische Werke von Bach bis Jenkins, zudem ist er Komponist zahlreicher Kirchenlieder und zugleich Grenzgänger zu Pop und Gospel. Er ist Landeskirchenrat der Evangelischen Kirche von Westfalen und seit über zehn Jahren im interreligiösen Dialog engagiert.