Workshop
Zwischen Klischee und Karriere-Mythen – Wahrheiten rund um den professionellen Chorgesang
01.10.2026  | 14:15 Uhr
Kongresshalle am Zoo | Bach-Saal

Themenschwerpunkte:
Gemischter Chor
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Klassik
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Fokus "Building Bridges"
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Während das laienmusikalische Chorsingen in mehreren Studien unter verschiedenen Aspekten beleuchtet worden ist, liegen bislang nur wenige Untersuchungen zum professionellen Chorsingen vor. Auch an den Musikhochschulen im deutschsprachigen Raum ist vielen Studierenden das Berufsbild von Chorsänger:innen ebenso wenig bekannt wie die Anforderungen und Erwartungen, die hier gestellt werden. In der offenen Gesprächsrunde tauschen sich Chordirektoren, Professoren der HfMT Leipzig und Sänger:innen des MDR-Rundfunkchors, der Oper Leipzig und der Musikalischen Komödie über ihre Erfahrungen aus, geben Einblicke in die Arbeit in einem Berufschor, zeigen mögliche Wege dorthin auf und stellen sie sich den Fragen des Publikums.

Die Veranstaltung wird moderiert von Grit Schulze. 

In Kooperation mit MDR Klassik.



MITWIRKENDE

Mathias Drechsler kommt aus Marienberg im Erzgebirge. Schon während des Besuchs der Musikschule in Annaberg-Buchholz erhielt er Klavierunterricht an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden. Dort studierte er von 1991 bis 1998 Klavier im Hauptfach bei Professor Winfried Apel. Von 2002 bis 2006 studierte er ebenfalls in Dresden Dirigieren bei Professor Hans-Christoph Rademann. Parallel arbeitete er freischaffend. Seit 2008 ist Mathias Drechsler Chordirektor der Musikalischen Komödie.

Thomas Eitler-de Lint studierte Musikpädagogik in Wien. Noch vor seinem Abschluss wurde er als stellvertretender Chordirektor an der Wiener Volksoper engagiert. Es folgten weitere Stationen unter anderem als Chordirektor am Bremer Theater, als Künstlerischer Leiter des Chores der Nationalen Oper in Amsterdam und als Chordirektor am Staatstheater Darmstadt. Er dirigierte die Rundfunkchöre des WDR, NDR und MDR und den Niederländischen Rundfunkchor in Hilversum. Zudem war er Chorassistent bei den Bayreuther Festspielen und Gast-Chordirektor an den Opernhäusern Zürich, Hannover und an der Oper in Shanghai. Daneben arbeitete er als Dirigent mit Orchestern wie der Neubrandenburger Philharmonie und dem Sinfonieorchester Göttingen. 2008-14 hatte er einen Lehrauftrag für Orchesterdirigieren an der Hochschule für Künste in Bremen inne. Seit 2017 ist er Chordirektor an der Oper Leipzig, seit 2025 Chordirektor der Bayreuther Festspiele.

Lydia Schubert studierte Wirtschaftspädagogik und Betriebswirtschaftslehre in Chemnitz und arbeitete zunächst als Assistentin der Verwaltungsleitung im Städtischen Theater Chemnitz.2008 wurde sie Verwaltungsleiterin im Theater der Jungen Welt in Leipzig und ein Jahr später Verwaltungsdirektorin. Dies blieb sie für 13 Jahre bis zu ihrer Wahl zur Verwaltungsdirektorin der Oper Leipzig 2021. Ihre Verwaltungsaufgaben an der Oper Leipzig umfassen neben der wirtschaftlichen Solidität des größten künstlerischen Eigenbetriebs der Stadt auch die Verantwortung für gleich drei denkmalgeschützte Standorte: das Opernhaus, die Musikalische Komödie und die Theaterwerkstätten. Seit 2019 ist sie zudem die stellvertretende Vorsitzende des Landesverbands Sachsen im Deutschen Bühnenverein. 2022 wurde sie vom Ministerpräsidenten des Freistaats zur Kultursenatorin ernannt. An der Oper Leipzig setzt Lydia Schubert ihre Schwerpunkte auf Vertrieb, Digitalisierung und Arbeitskultur. 

Roland Schubert ist ein renommierter Bassist und Gesangspädagoge. Er studierte an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig (HMT) bei Hermann Christian Polster. Nach Stationen am Opernhaus Leipzig und der Wiener Staatsoper gehört er seit 2000 zum Ensemble der Deutschen Oper Berlin. Der 2001 zum Kammersänger ernannte Künstler gastierte an Weltbühnen wie der Mailänder Scala und der Semperoper. Sein Repertoire umfasst über 100 Partien, die er mit bedeutenden Regisseur:innen – darunter Götz Friedrich und Peter Konwitschny – erarbeitete. Als Konzertsänger musizierte er mit Orchestern wie den Wiener Philharmonikern und dem Gewandhausorchester. Seit 2004 gibt er sein Wissen als Professor für Gesang an der HMT Leipzig weiter. Zahlreiche CD- und TV-Aufnahmen dokumentieren sein Schaffen.

Susanne Veeh-Eckstein ist seit 2022 festes Mitglied des MDR-Rund­funkchores. Sie ist Finalistin und Preisträgerin diverser Wettbewerbe und deutschlandweit gefragte Konzertsolistin. Nach ersten Studien bei Gabriele Czerepan und Jan Hammar vollendete sie ihre Ausbildung in der Klasse von Marina Sandel und in der Liedklasse von Jan Philip Schulze in Hannover. Im letzten Jahr beendete sie zudem den Masterstudiengang Musikpädagogik in Nürnberg mit Auszeichnung. In ihrer Abschlussarbeit ging sie der Frage nach dem idealen Weg in den Rundfunkchor nach und führte dazu eine Studie unter Sänger:innen mehrerer deutscher Rundfunkchöre durch. Das Thema der professionellen Chorausbildung liegt ihr sehr am Herzen, weswegen sie sich auch in einer Fachkommission der Unisono für die Stärkung der Ausbildungsangebote in Rundfunkchören einsetzt.