Workshop
Repertoire im Spiegel seiner Zeit – zwischen Verantwortung und künstlerischem Potenzial
02.10.2026  | 16:00 Uhr
Volkshochschule Leipzig | Raum 217

Themenschwerpunkte:
Chor im Wandel
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Gesellschaftlicher Diskurs
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Fokus "Building Bridges"
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Wie gehen wir mit Liedern um, deren Texte oder Bedeutungen aus heutiger Sicht Fragen aufwerfen? Goethes „Heidenröslein“ etwa kann als Spiegel historischer Geschlechterrollen oder Grenzüberschreitung gelesen werden, während das Soldatenlied „Ich hatt’ einen Kameraden“ zum Nachdenken über Formen des Gedenkens anregt. Der Workshop lädt dazu ein, musikalisches Repertoire kritisch und kreativ zu beleuchten – durch Kontextualisierung, neue Interpretationen oder auch gezielte Pausen im Erklingenlassen. Anna Schaefer und Stephan Doormann verbinden wissenschaftliche und künstlerische Perspektiven und ermutigen dazu, Traditionen nicht nur zu bewahren, sondern sie mit wachem, zeitgenössischem Blick weiterzuentwickeln.



MITWIRKENDE

Stephan Doormann studierte in Stockholm Chordirigieren, arbeitet als Musikpädagoge am Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium Celle und verantwortet dort eine umfangreiche Jugendchorarbeit. 2007 gründete er den Kammerchor Hannover, den er bis zum Herbst 2019 leitete, und 2014 den Juventis Jugendchor am KAV-Gymnasium Celle, dessen Leiter er bis heute ist. Als Kantor an der Celler Stadtkirche St. Marien leitete er außerdem von 2017 bis Ende 2025 die Celler Stadtkantorei. Für die Einspielung zweier Kantaten mit dem Kammerchor Hannover für die Gemeinschafts-Produktion „Glaubenslieder” erhielt Stephan Doormann den Echo Klassik 2010. Als Künstlerischer Leiter der chor.com trägt er seit 2020 die inhaltliche Verantwortung für diese Großveranstaltung des Deutschen Chorverbands. Auch dessen Arbeit rund um die chormusikalische Erinnerungskultur verantwortet er inhaltlich mit.

Anna Schaefer ist Musikwissenschaftlerin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Sie forscht unter anderem zur Musik-, Vereins- und Erinnerungskultur im Nationalsozialismus, insbesondere zu Chorkultur und ihrer Funktion innerhalb der NS-Volksgemeinschaft. Ihre Promotion widmete sich dem Deutschen Sängerbund in Mitteldeutschland. Sie arbeitet zu sozialen Praktiken, Emotionsgeschichte und Aushandlungsprozessen innerhalb lokaler musikalischer Gemeinschaften.